Seit über 20 Jahren beliefert Forni Medical das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ). Michael Gresch, Leiter Einkauf schätzt den persönlichen Kontakt und die verlässliche Versorgung. Im Gespräch erklärt er, weshalb schon ein fehlendes Verbandsset viel Aufwand auslösen kann und wo er bei der Nachhaltigkeit Verbesserungsmöglichkeiten sieht.
«Forni Medical versteht unsere Bedürfnisse. Wir schätzen den persönlichen Kontakt, die Verlässlichkeit und die schnelle Lösungssuche.»
Michael Gresch, Leiter Einkauf SPZ

Herr Gresch, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten persönlichen Kontakt mit Forni Medical?
Die Zusammenarbeit bestand bereits, als ich vor rund 18 Jahren ins SPZ kam. An meine erste persönliche Begegnung mit Cécile Köhler-Plá und ihrem Vater erinnere ich mich gut. Wir haben uns bei uns im Haus getroffen. Dass die Inhaber selbst vor Ort vorbeikommen, ist nicht selbstverständlich. Das habe ich als sehr positiv empfunden.
Was hat Sie überzeugt, die Zusammenarbeit mit Forni Medical fortzuführen?
Es ist eine sehr wertschätzende Zusammenarbeit. Wir verstehen uns gut, und Forni Medical kennt unsere Bedürfnisse. Wir sind dort nicht einfach irgendeine Nummer. Man kümmert sich um uns. Auch die Produkte passen zu unseren Anforderungen und stimmen im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ich schätze es, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert, die Lieferungen zuverlässig ankommen und wir rechtzeitig informiert werden, falls etwas nicht verfügbar ist. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, einen gut bevorrateten Partner zu habenDas hat sich über die Jahre bewährt, auch während der Corona-Pandemie.
Wir sind immer ehrlich miteinander umgegangen. Bei Herausforderungen tauschen wir uns aus und finden gemeinsam Wege. Das stärkt die Partnerschaft. Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.
Wenn Sie auf die Zusammenarbeit über die Jahre zurückblicken: Wie hat sie sich entwickelt?
Vieles ist über die Jahre geblieben. Einige Sets beziehen wir schon, seit ich im SPZ arbeite. Ab und zu wurde die Zusammensetzung angepasst. Gewisse Produkte sind dazugekommen, andere wieder weggefallen.
Forni Medical ist für uns auch ein sehr guter Nischenpartner. Das Unternehmen hat Möglichkeiten, Produkte zu beschaffen, die andere vielleicht nicht im Sortiment haben. Gerade bei solchen Anfragen hilft es, dass Forni klein ist und schnell reagieren kann.
Wir sind nahe an den Entscheidungsträgern. Ein Anliegen muss nicht erst vom Aussendienst zur Verkaufsleitung und anschliessend noch mehrere Stufen weiter. Wir sind schnell miteinander im Gespräch und finden das passende Produkt. Auch Forni muss regulatorische Hürden bewältigen, aber die kurzen Wege machen die Zusammenarbeit für uns einfacher.
In welchen Situationen ist Forni Medical für das SPZ heute besonders relevant?
Für uns ist die zuverlässige, kontinuierliche Belieferung besonders wichtig. Manchmal geht es um ein ganz einfaches Verbandsset. Wenn es nicht rechtzeitig kommt und wir nach Alternativen suchen müssen, entsteht für uns ein riesiger Aufwand. Das betrifft den Einkauf, die Logistik und die Abläufe im ganzen Haus. Eine Umstellung auf ein anderes Produkt ist jedes Mal aufwendig.
Es muss also keine hochtechnologisierte Neuentwicklung sein, damit ein Produkt für uns wichtig ist. Auch einfache Verbrauchsmaterialien brauchen wir regelmässig und in wiederkehrenden Mengen. Deshalb sind wir sehr froh, dass uns Forni über all die Jahre gut beliefert hat.
Welche Anforderungen an die Beschaffung von Medizinprodukten haben sich in den letzten Jahren verändert?
Vor allem die regulatorischen Anforderungen haben stark zugenommen. Zertifizierungen und Registrierungen bringen einen erheblichen Aufwand mit sich. Bei gewissen Produkten sind die Vorgaben sinnvoll und bringen Vorteile. Bei anderen stellt sich für mich die Frage, wie gross der zusätzliche Nutzen im Verhältnis zum Aufwand tatsächlich ist.
Wir erleben auch, dass Produkte vom Markt verschwinden. Für die Behandlung von Menschen mit Querschnittlähmung benötigen wir verschiedene Nischenprodukte. Einige Anbieter haben sich aus dem Schweizer oder sogar aus dem europäischen Markt zurückgezogen, weil ihnen der regulatorische Aufwand zu hoch ist. Manche stellen die betreffenden Produkte gar nicht mehr her. Das macht die Beschaffung für uns schwieriger.
Umso wichtiger ist ein verlässlicher Partner, der die Anforderungen erfüllt, notwendige Zertifikate rechtzeitig erneuert und sich auf neue Vorgaben einstellt. Mir ist bewusst, dass das gerade für ein kleines Unternehmen viel Aufwand bedeutet. Wir erleben auch bei uns im Haus, was es heute braucht, um die geforderten Standards einzuhalten.
Welche Rolle spielen heute die Herkunft der Produkte, kurze Lieferwege und Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit wird für uns immer wichtiger. In der Schweizer Paraplegiker-Gruppe haben wir uns der Nachhaltigkeit verpflichtet und weisen die Erfolge in einem jährlichen Bericht aus. Wir machen das freiwillig und zeigen auf, wie wir soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette verbinden.
Bei der Herkunft ist es allerdings schwierig, die gesamte Lieferkette nachzuvollziehen. Ein Produkt wird vielleicht in Europa abgepackt, die Rohstoffe kommen aber von einem ganz anderen Ort. Zur Sterilisation wird es möglicherweise nochmals weitertransportiert. Kurze Wege sind wichtig. Als Endverbraucher können wir oft nur schwer beurteilen, welche Variante tatsächlich den geringeren CO₂-Fussabdruck hat.
Gleichzeitig geraten Nachhaltigkeit und Hygieneanforderungen teilweise in einen Zielkonflikt. Heute gibt es viele Einwegprodukte, die früher aufbereitet wurden. Wenn man sieht, was nach einer Operation alles entsorgt wird, sind das erhebliche Mengen an Material und Rohstoffen. Aus hygienischer Sicht kann der Einsatz von Einwegprodukten Vorteile haben. Aus Sicht der Nachhaltigkeit sehe ich diese Entwicklung aber kritisch. Wir können Nachhaltigkeit im Spital leben, stossen dabei jedoch auch an Grenzen.
Hinzu kommt der Kostendruck im Gesundheitswesen. Nachhaltigere Produkte sind in der Anschaffung häufig teurer. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen sich Kosten wieder ausgleichen, beispielsweise weil weniger Material entsorgt werden muss.
Was sollte Forni Medical aus Ihrer Sicht unbedingt beibehalten, weil es für das SPZ wertvoll ist?
Für mich stehen der persönliche Kontakt und die Verlässlichkeit an erster Stelle. Besonders schätze ich auch die schnelle Reaktion, wenn einmal etwas nicht wie vorgesehen funktioniert. Dann geht es darum, gemeinsam eine Lösung oder eine passende Alternative zu finden und wieder zu einem normalen Ablauf zurückzukommen. Das ist eine grosse Stärke von Forni Medical.
Wichtig finde ich ausserdem, dass Forni die einfachen, preiswerten Produkte weiterverfolgt. Das Unternehmen muss aus meiner Sicht keine hochkomplexen Produkte vertreiben. Dafür gibt es die grossen Anbieter. Ich sehe eine Stärke von Forni gerade in der Konzentration auf die Produkte, mit denen das Unternehmen nahe an unseren Bedürfnissen bleibt.
Gibt es auch etwas, das Forni Medical in Zukunft noch besser machen könnte?
Bei der Nachhaltigkeit gibt es sicher weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Wichtig ist für mich, genau hinzuschauen. Eine Solaranlage auf dem Dach ist beispielsweise ein guter Ansatz, macht allein aber noch kein nachhaltiges Unternehmen aus. Bei Produkten aus Europa sollte man auch die Herkunft der Rohstoffe betrachten. Wenn diese ebenfalls aus Europa oder einer näheren Region kommen, kann das die Abhängigkeit von weit entfernten Lieferketten verringern.
Einen sehr konkreten Ansatz sehe ich bei den Verpackungen. Ich kann mir vorstellen, dass sich Produkte teilweise kompakter packen lassen, sodass mehr Ware auf eine Palette passt. Dadurch würde der Platz im Lastwagen besser genutzt. Auch in der übrigen Logistik liesse sich so Platz sparen. Das wäre ein Ansatz, den ich verfolgen würde.
Ausserdem könnte man prüfen, wo weniger oder dünneres Verpackungsmaterial ausreicht. Auch bei Kartons gibt es Möglichkeiten: Eine Verpackung muss nicht unbedingt hochweiss oder aufwendig bedruckt sein. Vielleicht reicht ein schlichter brauner Karton mit wenig Farbe. Entscheidend ist natürlich, dass die Verpackung weiterhin alle vorgeschriebenen Anforderungen erfüllt.
Wenn ein anderes Spital oder ein medizinischer Betrieb Sie nach Forni Medical fragen würde: Was würden Sie sagen?
Ich kann die Zusammenarbeit mit Forni Medical sehr empfehlen. Natürlich kommt es darauf an, welche Produkte man sucht, wie gross die eigene Institution ist und ob der Preis passt. Wir schätzen an Forni Medical besonders den persönlichen Kontakt und die Möglichkeiten, Nischenprodukte für unser Spezialgebiet zu erwerben.
Was würden Sie persönlich einem Lieferanten für medizinische Einrichtungen auf den Weg geben?
Ich würde ihm raten, sich den Markt genau anzuschauen und nach Nischen zu suchen. Es gibt bereits viele Angebote. Wer ein weiteres Produkt anbietet, das alle anderen schon haben, gerät schnell in einen reinen Verdrängungswettbewerb. Dann geht es vor allem um den Preis.
Der Preis muss natürlich stimmen, das ist eine Voraussetzung. Gleichzeitig würde ich empfehlen, gezielt nach innovativen Produkten zu suchen und die Möglichkeiten zu nutzen, die der Markt noch bietet.
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